Wetter und Mensch

Jean Antoine Théodore Gudin, Schiffbruch, Kunsthandel Michael Vogt, Fürstenfeldbruck

Alle reden vom Wetter – und das zu Recht. Die Bedrohungen des Klimawandels und wiederkehrende Naturkatastrophen haben das Wetter und seine Phänomene ins Zentrum des Weltinteresses gerückt. Das Museum Fürstenfeldbruck widmet sich in seiner aktuellen Ausstellung diesem sehr komplexen und spannenden Thema sowohl mit einem kulturhistorischen als auch mit einem kunstgeschichtlichen Schwerpunkt.

 

Wetteraufzeichnungen Abt Gerard Führers, Bayerische Staatsbibliothek München

Schon immer beeinflussten Sonne und Regen, Hitze und Kälte das Leben der Menschen. Wetterextreme wie Stürme, Dürren, Hochwasser oder Sturmfluten gefährdeten seit jeher Existenzen und gaben im Laufe der gesamten Menschheitsgeschichte Anlass für Mythen und spirituelle Handlungen. Sie waren auch Anlass für die Aufzeichnungen des letzten Abtes Gerard Führer aus dem Kloster Fürstenfeld, das Ende des 18. Jahrhunderts in ein weitgespanntes meteorologisches Netzwerk eingebunden war.

Taschensonnenuhr, Bezirksmuseum Dachau

Seit der Aufklärung setzte man sich intensiv mit der Messung und Vorhersagbarkeit von Wetter auseinander. Meteorologische Aufzeichnungen aus Fürstenfeld belegen das Interesse für Wetterregeln. Nicht zuletzt bestimmte die Witterung darüber, ob es ein "fettes" oder ein "mageres" Jahr werden würde. Wie die Menschen versuchten, sich und ihr Hab und Gut vor extremen Wetterereignissen zu schützen, aber auch die soziale und politische Problematik von klimatischen Veränderungen wird in der Ausstellung thematisiert.

Julius Exter, Heranziehendes Gewitter, Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung

Neben historischen Aspekten wird das Wetter auch als kulturellen Faktor präsentiert, als ein Phänomen, das unser Leben tangiert und das sich entsprechend in der Kunst spiegelt. Die künstlerische Darstellung des Wetters hat beinahe so viele Facetten wie das Wetter selbst. Jede Epoche hatte ihre Vorlieben und stellte bestimmte Wetterphänomene heraus.

Carl Spitzweg (1808–1885) Institutsspaziergang, Studie, 1859/60, Privatbesitz

Vor allem im 19. Jahrhundert wurde das Wetter mit seinen unterschiedlichen atmosphärischen Stimmungen zu einem wichtigen Gegenstand in der Malerei. Künstler wie Heinrich Reinhold, Carl Rottmann, Eduard Schleich, Théodore Gudin und Carl Spitzweg beweisen mit ihren eindrucksvollen Gemälden die Faszination für Wetterphänomene und Wetterstimmungen. Selten ist es bisher gelungen, eine solche Vielzahl hochkarätiger Gemälde mit dem thematischen Thema „Wetter und Mensch“ zusammenzustellen.

Eduard Schleich d.Ä., Ammersee, Stiftung Kunstsammlung Prof. Dr. Reimund Seidelmann/Marburg

Die Ausstellung ermöglicht dem Besucher mit mehr als 170 Objekten, sich mit dem komplexen und aktuellen Thema "Wetter und Mensch" auf äußerst anregende Weise auseinanderzusetzen.

Louis Boller, Mäherinnen auf der Wiese, Privatbesitz

Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein museumspädagogisches Programm. Unter dem gleichen Titel erscheint ein reich bebilderter Ausstellungskatalog für 18,90 Euro.

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